Maria 2.0 im Gottesdienst

Jesus zuhören und als
Zeuginnen handeln

Maria 2.0 im Gottesdienst: Frauen und Männer sind für die Zukunft der Kirche verantwortlich

Frauen in schwarzer Kleidung, mit weißen Schals und mit verklebten Mündern. Das bestimmte in St. Elisabeth Monate nach den ersten Protesten von Maria 2.0 im Mai das Bild zu Beginn der Messe.  Im Wortgottesdienst hatten sie sich dann von den Klebestreifen befreit und ihre Stimme wiedergefunden. Anders als noch vor Monaten war der Frauenprotest nicht provokativ, er gehörte mitten in die Gemeinde.


Denn die rund zehn Frauen rund um den Altar erklärten die verklebten Münder und ihre Überzeugung, dass Kirche ohne die Fähigkeiten und die Verantwortung von Männern und Frauen zukünftig kaum lebensfähig sei. Der Sonntagsgottesdienst fand zudem einige Wochen vor dem Advent statt, mit dem auf Bundesebene Laien und Bischöfe im synodalen Prozess über die Erneuerung der Kirche beraten. Dabei steht in einem Forum des Prozesses ausdrücklich die Frage nach Verantwortung und Ämtern für Frauen auf der Tagesordnung. Die Messe mit Pfarrer Werner Knoor entzweite Menschen an keiner Stelle, anders als es manche noch zu Beginn der Streik-Aktionen für mehr Frauen-Verantwortung im Mai empfanden. Stattdessen machten auch Lieder Mut für neue Wege in die Zukunft. Jesus habe sich Frauen und Männern, Alten und Jungen, Kranken und Gesunden  in besonderer Weise, eben liebend zugewandt, betonte Pfarrer Knoor.

In ihrer Predigt machte Marlies Schöpper die Begegnung von Martha und Maria zum Thema. Martha habe sich in Jesu Anwesenheit als Gastgeberin um Bewirtung gekümmert. Die Geste Marias lässt jedoch aufhorchen. In dem sie sich als Hörende zu Jesu Füßen setzt,  nimmt er sie an als seine Schülerin. Eine bis dato  den Männern vorbehaltene Konvention. „Wir handeln wie Martha und Maria“, so die Konsequenz Marlies Schöpper. Marthas Dienst, Gastlichkeit und Dienen,  sei bis heute nötig. „Gleichzeitig dürfen wir nicht verlernen, in Marias Rolle zu sein“, betonte Schöpper. „Handeln und Hören von Zeuginnen und Zeugen des Glaubens ist für die Zukunft des Glaubens entscheidend.“ Schöpper: „Zur Nachfolge und Verkündigung in Wort und Tat bleiben wir alle aufgerufen.“